Lauter Krach – health policy and management – wenn Kinder sterben

Health policy and management or health systems management or health care systems management

Lauterbach, 31.10.21: Eine Booster Impfung für alle wäre jetzt auf keinen Fall sinnvoll, am 18.11.21: Aber es ist klar seit ein paar Monaten, dass wir jeden Erwachsenen boostern müssen.

Das Management von Gesundheitssystemen stellt sicher, dass bestimmte Ergebnisse erzielt werden, dass Abteilungen innerhalb einer Gesundheitseinrichtung reibungslos funktionieren, dass die richtigen Leute die richtigen Jobs haben, die Leute wissen, was von ihnen erwartet wird, dass Ressourcen effizient eingesetzt werden und alle Abteilungen arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin.

Soziale Determinanten (d. h. Standort, Wohnen, Bildung, Beschäftigung, Einkommen, Kriminalität, sozialer Zusammenhalt) haben einen signifikanten Einfluss auf die Gesundheit. Derzeit erhält die Bevölkerungsgesundheit jedoch nur fünf Prozent der nationalen Gesundheitsbudgets. Im Vergleich dazu werden 95 Prozent für direkte medizinische Versorgung ausgegeben, doch die medizinische Versorgung macht nur 10-15 Prozent der vermeidbaren Sterblichkeit in den Vereinigten Staaten aus. Genetik, soziale Umstände, Umweltbelastungen und Verhaltensmuster bilden den Großteil der gesundheitlichen Determinanten von Gesundheitsergebnissen, die bei der Gestaltung der Gesundheitspolitik zunehmend berücksichtigt werden.

„Unwarranted variations“

Ungerechtfertigte Variationen in der medizinischen Praxis beziehen sich auf Unterschiede in der Versorgung, die nicht durch Krankheit/medizinische Notwendigkeit oder Patientenpräferenzen erklärt werden können. Der Begriff „ungerechtfertigte Variationen“ wurde zuerst von Dr. John Wennberg geprägt, als er kleine räumliche (geografische) und praxisbezogene Variationen beobachtete, die nicht auf klinischen Überlegungen beruhten. Die Existenz ungerechtfertigter Abweichungen deutet darauf hin, dass einige Personen keine angemessene Versorgung erhalten oder die Gesundheitsressourcen nicht angemessen genutzt werden.

Die Hauptfaktoren für diese Schwankungen sind: zunehmend komplexere Gesundheitstechnologien, exponentiell wachsendes medizinisches Wissen und übermäßiges Vertrauen auf subjektive Einschätzungen.[6] Ungerechtfertigte Schwankungen haben messbare Folgen in Form von Über-/Unternutzung, erhöhter Sterblichkeit und erhöhten Kosten. Eine Studie aus dem Jahr 2013 ergab beispielsweise, dass höhere Ausgaben in Bezug auf die Medicare-Kosten nicht mit besseren Ergebnissen oder einer höheren Versorgungsqualität verbunden waren.

Variationen in der medizinischen Praxis sind eine wichtige Dimension der Gesundheitspolitik und des Gesundheitsmanagements – das Verständnis der Ursachen und Auswirkungen von Variationen wird die politischen Entscheidungsträger anleiten, bestehende Richtlinien zu entwickeln und zu verbessern. Beim Umgang mit Variationen in der Praxis ist es wichtig, Bewertungen der Krankheiten/Verfahren mit einem hohen Maß an ungerechtfertigten Variationen durchzuführen; Ein Vergleich zwischen der erbrachten Versorgung und den Standardversorgungsrichtlinien wird Diskrepanzen aufzeigen und Einblicke in Verbesserungsbereiche geben.

Politische Entscheidungsträger sollten einen umfassenden Ansatz verfolgen, um Richtlinien, Führung und Technologie aufeinander abzustimmen, um ungerechtfertigte Variationen in der Versorgung effektiv zu reduzieren. Eine wirksame Reduktion erfordert eine aktive Einbeziehung des Patienten und des Arztes durch eine Standardisierung der klinischen Versorgung mit einem Schwerpunkt auf der Einhaltung der Behandlungsrichtlinien und einem Schwerpunkt auf qualitätsbasierten Ergebnissen.

Medizinischer Industriekomplex
Der medizinisch-industrielle Komplex ist das Netzwerk von Unternehmen, die Dienstleistungen und Produkte des Gesundheitswesens gewinnbringend anbieten. Der Begriff wurde aus der Sprache abgeleitet, die Präsident Eisenhower verwendet hatte („militärisch-industrieller Komplex“), als er die Nation, als er in den Ruhestand ging, vor dem wachsenden Einfluss der Waffenhersteller auf die amerikanische Politik und Wirtschaftspolitik warnte. Dann verbreitete sich ab 1980 der Begriff „medizinischer Industriekomplex“ durch das New England Journal of Medicine (4. November 1971, 285:1095) von Arnold S. Relman, der von 1977 bis 1991 Herausgeber der Zeitschrift war für Dr. Relman ist das amerikanische Gesundheitssystem eine gewinnorientierte Industrie und ist heutzutage eine weithin akzeptierte Theorie.[10] Seit der Begriff vor 40 Jahren eingeführt wurde, hat sich das Gesundheitswesen zu einem noch größeren, größeren und florierenden Wirtschaftszweig entwickelt. Der medizinische Industriekomplex umfasst eigene Krankenhäuser und Pflegeheime, Diagnoselabore, häusliche Pflege und Notaufnahmen, Nierenhämodialyseeinheiten und eine Vielzahl anderer medizinischer Dienstleistungen, die früher größtenteils von öffentlichen oder privaten gemeinnützigen Gemeinschaften erbracht wurden Institutionen oder von Privatärzten in ihren Praxen. Health policy and management

Karl Lauterbach:

Es gibt zwei Abgeordnete, einen von der Linkspartei und der andere von der CDU, die haben ihn beide gemeinsam zum faulsten Abgeordneten des Gesundheitsausschusses erklärt, weil er nie da war – oder immer nur, wenn Kameras da waren. Und er ist im Aufsichtsrat eines privaten Klinikbetreibers und will immer nicht verraten, wie viel Kohle er dafür kriegt, man sagt so zwischen 50.000 und 100.000 im Jahr. Er guckt einen immer so ganz, ganz stechend an und sagt: ‚Ich bin doch Sozialdemokrat‘, und hofft, dass man dann nicht weiter fragt.

abgeordnetenwatch von Martin Reyher, 23.01.2011
Lauterbach der faulste Abgeordnete

„Karlchen Überall“ und die Putzkräfte

In einer Zeit, als Kritik an Herrschenden ab und zu in den Medien noch vorkam, genauer am 18.12.2013, veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung einen Artikel über Lautersbachs zwölf Jahre im Aufsichtsrat der Rhön AG. Dort ist zu erfahren:

»Das ist einer der führenden privaten Klinik-Betreiber in Deutschland. Und es ist jener Konzern, der Putzkräfte jahrelang systematisch ausgebeutet und so den Mindestlohn unterlaufen haben soll.

So haben es viele Beschäftigte dem Zoll berichtet, als dieser umfangreich ermittelte hat. Und so stand es am Mittwoch in der SZ. Etliche Leser haben sich daraufhin gemeldet und auf Lauterbachs frühere Tätigkeit als Kontrolleur der Rhön AG verwiesen. Und sie wollen wissen, wie der Kampf der SPD für Mindestlöhne zusammenpasse mit dem Wirken ihres Abgeordneten in dem privaten Klinik-Konzern. Was hat Lauterbach da eigentlich gemacht bei Rhön? Die SZ hat die Kernfrage der Leser, ob er von den offenkundigen Missständen nichts mitbekommen habe, an den Abgeordneten weitergereicht. Per Mail um 12.36 Uhr, mit der Bitte um Antwort. Die folgte prompt, um 12.52 Uhr per Anruf aus einem Bundestagsbüro. „Herr Lauterbach wird das nicht kommentieren“, erklärte ein Mitarbeiter des Abgeordneten.

Eine schnelle Reaktion. Eine dünne Reaktion. Eine Reaktion, die nicht so ganz passt zu dem, was der Prof. Dr. med. Dr. sc. (Harvard) bei seinen öffentlichen Auftritten und auf seinen Internetseiten vertritt…

64.000 Euro hat der Genosse laut Geschäftsbericht der Rhön AG dort im Jahr 2012 als Aufsichtsrat kassiert. 62.000 Euro sind es im Jahr zuvor gewesen. Das ist immerhin ein Facharbeitergehalt, zusätzlich zu den Bezügen als Abgeordneter. Und weit mehr, als eine Putzkraft in den Reinigungsgesellschaften der Rhön AG kassiert. Im Jahr 2011, als der Zoll von vielen Frauen geschildert bekam, wie ihnen regelmäßig unbezahlte Mehrarbeit abverlangt worden sei, betrug der Mindestlohn in der Reinigungsbranche sieben Euro im Osten und 8,55 Euro im Westen. Und selbst dieser Mindestlohn soll in vielen Fällen nur auf dem Papier gestanden haben.

Die Rhön AG streitet übrigens die Vorwürfe ab. Die eigenen Reinigungsfirmen seien „unberechtigterweise“ in die Kritik geraten. Auf konkrete Fälle geht Rhön aber erst gar nicht ein.«

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